Das Klosterdorf Speinshart erkundet

Anlass war der „Tag des Wanderns“ am 14. Mai,um eine kulturhistorische Exkursion im Klosterdorf Speinshart zu unternehmen. Eine Gruppe von 14 Wanderern ließ sich von Gästeführerin Barbara Müller durch das historische Klosterdorf Speinshart führen. Das Klosterdorf war vom Mittelalter bis 1803 eine Klosterökonomie. Hier gab es Handwerksbetriebe, Anwesen des Klosterrichters und Forstmeisters, sowie eine umfangreiche Landwirtschaft. Im Zuge der Säkularisation 1803 wurden Freiflächen in Parzellen aufgeteilt. Auf diese Weise entstanden die heutigen privaten Gärten und landwirtschaftlichen Nebengebäude. Seitdem ist Speinshart ein bäuerlich geprägtes Dorf. Die Klosterkirche ging in den Besitz einer neu errichteten Kirchenstiftung über.
Im Dorf leben und arbeiten jetzt Menschen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber einer langen und bemerkenswerten Geschichte bewusst sind. Unser Rundgang begann im Kleinen Klosterhof, mit seinen liebevoll restaurierten Gebäuden. Ehemalige Stallungen und Scheunen wurden zu Wohnungen umgebaut. Der Rundgang ging weiter, entlang der Häuserzeilen, zum Großen Klosterhof. In einer Baulücke des geschlossenen Areals befanden sich eine Brauerei und Bäckerei. Ein Chronogramm am Nordtor des Klosterdorfes verweist auf einen Brand am 30. Dezember 1746. Ein weiteres Chronogramm  belegt, dass der Pferdestall und die ganzen Wohnungen wegen einer Nachlässigkeit eines Knechtes durch das Feuer zerstört wurden. Den Abschluss des Dorfrundgangs bildete die Besichtigung der „Kleinen Wieskirche“. Vorbild für den Bau des Kirchleins war die Wieskirche des Prämonstratenserklosters Steingaden in Oberbayern. Das Gebäude wurde von 1747 – 1752 errichtet und dem Gegeißelten Heiland auf der Wies geweiht. Den krönenden Abschluss der Wanderung bildete der Besuch Speinsharter Pfarr- und Klosterkirche. Sie zählt aufgrund ihrer reichen Stuckaturen im Innenraum zu den bedeutendsten Kirchenbauten in Süddeutschland. Der Größe nach gehört sie zwar zu den kleineren Klosterkirchen, von der hohen Qualität her ist sie aber zusammen mit den anderen hochbarocken Kirchenräumen zu nennen. Ihr besonderes Merkmal sind die abgewogenen Maße der Raumproportion und letztlich auch der gestalterischen Stuckelemente. Der ganze Raum verkörpert ein italienisches Flair, das letztlich durch die italienischen Stuckateure und Maler erzielt wurde. Beschlossen wurde der Besichtigungsrundgang mit der Einkehr im Klostergasthof selbst.                                                                                 Klaus Bauer

Die Bilder haben Harry Panzer, Günter Welzel und Klaus Bauer fotografiert.

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