Dem Wolf auf der Spur

Dass Hexenfeuerbrennen und Maibaumaufstellen zu den Bräuchen am ersten Mai in unserer Gegend gehören versteht sich von selbst. Wanderungen in den Mai sind ebenfalls eine schöne Tradition, die wir seit vielen Jahren pflegen. Als Ziel der diesjährigen Maiwanderung wurde der Wolfsgarten mit Infostelle bei Wülfersreuth ausgesucht. Der Referent für Wandern des FGV-Hauptvereins, Dieter Kottwitz, schloss sich der Tröstauer Wandergruppe als Insider an.
Kottwitz erklärte den Zweck von Wolfsfallen im Fichtelgebirge. Der Wolfsgarten im Bischofsgrüner Forst ist ein einzigartiges Zeugnis historischer Wolfsjagd. Die weitläufige Anlage bestand aus mindestens zwei Wolfsgruben und einer Umzäunung. Den Bayreuther Markgrafen diente die Jagd nicht nur der eigenen Lustbarkeit, sondern vielmehr als Demonstrationsmittel ihrer Macht. Die im Bischofsgrüner Wolfsgarten gefangenen Wölfe wurden meist dem markgräflichen Tiergarten in Bayreuth lebend überstellt. Aufsicht über den Wolfsgarten hatte die Bauernfamilie Schaller, deren Nachfahren noch immer in Sichtweite der Waldabteilung wohnen. Um nicht unentwegt die Fallen im Wolfsgarten kontrollieren zu müssen, war eine geschickte Anlage eingerichtet. Von den Fallgruben führte ein Draht zum Haus der Familie, der am „Luder“ befestigt war. Als Luder wird in der Jagdsprache ein totes Tier bezeichnet, das zum Anlocken von Raubtieren verwendet wird. Zogen die Wölfe an diesem, schellte in der Stube eine Kuhglocke. Das Gehöft diente darüber hinaus den Förstern und Jägern als Quartier, wenn sie auf der Wolfspirsch waren.
Nach den interessanten Ausführungen beim Areal durch Dieter Kottwitz, führte die Wanderung weiter nach Schweinsbach wo Kaffee und Kuchen, oder eine deftige Brotzeiten auf uns Wanderer warteten. Der Rückweg zum Parkplatz war etwas beschwerlich, da zuerst einige Höhenmeter bezwungen werden mussten.                                                      Klaus Bauer

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